„Die Ergebnisse der modernen Naturwissenschaften ergeben nur noch einen Sinn, wenn wir eine innere, einheitliche, transzendente Wirklichkeit annehmen, die allen äußeren Daten und Fakten zugrunde liegt.“ (David Bohm, Quantenphysiker und Philosoph)

Final FrontierNa endlich: integrales Bewusstsein! Das wurde aber auch Zeit…

Tatsache ist: Wir schauen durch verschiedene Brillen in verschiedene Richtungen auf die gleiche Realität. Wissenschaft, Philosophie, die Religionen – sie alle erklären dasselbe, und doch bestehen sie oft darauf, dies könne nicht so sein. Als brächte jede Lesart tatsächlich ihr ureigenes Anschauungsobjekt hervor, jeder Glaube seinen eigenen Gott; oder als wären die Erfahrungswelten der jeweils anderen nichts als Illusion und ihre Erleber nichts als Verblendete und/oder Ketzer.

Doch inzwischen werden sogar Berufszyniker wie Richard Dawkins, Bill Maher oder der selige Christopher Hitchens allmählich von der Grandiosität der Wirklichkeit überholt, und stehen unversehens auf der Seite derer, über die sie sich ein Leben lang mokierten: in der Ecke der ewig Gestrigen, der fundamentalistischen Vertreter einer überkommenen, da exklusiven anstatt inklusiven Weltanschauung, die nicht akzeptieren will, dass sie zwar Recht haben mag – aber die anderen eben auch.

Wenn das besagte integrale Bewusstsein, wie von Ken Wilber prophezeit, irgendwann vollends Einzug in die Köpfe der Menschheit gehalten haben sollte, können wir vielleicht alle mit dem Gezanke und der gegenseitigen Herabsetzung aufhören und einander leben lassen; wohl wissend, dass wir für verschiedene Farben desselben Prismas stehen, für verschiedene Ausprägungen derselben Realität. Und dass wir uns oft gar nicht um verschiedene Inhalte streiten, sondern lediglich um verschiedene Namen für das Eine, das wir erkennen, und um die alleinige Art, wie es gefälligst zu betrachten sei.

Alle Formen und Ergebnisse menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns ergänzen einander. Dies gilt es zu verinnerlichen, damit wir uns, nach einem tausende von Jahren währenden Kampf um die einzige Wahrheit, hoffentlich wieder auf das Wesentliche besinnen dürfen: unsere eigene Wahrheit, und wie sie sich in unserer Lebenszeit am besten verwirklichen lässt – zu unserem Wohl und dem des Ganzen.